Selbstwert gleich Null

Weiß heutzutage eigentlich wirklich noch jemand, was er wirklich wert ist?

Sicherlich gibt es hier den ein oder anderen Menschen, der dies noch von sich behaupten kann doch die meisten Leute haben hierfür scheinbar keinen Blick mehr.  Sie leben in den Tag hinein, gehen Tag ein Tag aus arbeiten für ein Leben, wo sie zu wenig Zeit für sich selber finden, den Job dabei nicht mal wirklich mit Freuden machen und gegebenenfalls sogar unzufrieden mit dem Job, ihrer Entlohnung oder gar sich selber sind. Blickt man im Alter auf die Vergangenheit zurück, so gibt es sicherlich kaum jemanden der nicht weiß, wie er sein Leben hätte besser gestalten können bzw. es gar tun würde, wenn er nochmal jung wäre. Zugegeben kann ich nur schwerlich vom Alter sprechen da ich selber noch sehr jung bin und dennoch greife ich hier auf einen Erfahrungsschatz aus Gesprächen mit anderen Menschen zurück.

Wissen, was man will:

Der erste Schritt im eigenen Leben sollte sein, dass man weiß was man will – Was man erreichen möchte.

Zu viele Menschen gibt es an dieser Stelle (gerade unter meinen Altersgenossen kann ich dies immer wieder gut beobachten) die genau wissen was sie nicht(!) wollen. An dieser Stelle reagiere ich zu meist mit der Frage: Hab ich gefragt was du nicht willst oder habe ich dich explizit nach dem gefragt was du willst? Leider ernte ich hier oft nur ein Schulter-zucken. Die Frage nach dem, was man in seinem Leben erreichen möchte, wodran man seine Freuden hat etc. sollte spätestens zum Ende der Schulzeit bzw. vor der Wahl der Abschlüsse geklärt sein. Doch wer macht sich hierüber wirklich Gedanken wenn er lieber im Hier-und-Jetzt lebt und das Leben, solange er noch nicht durch ein Berufsleben noch mehr eingeschränkt wird, genießen kann!?

Viele junge Menschen schieben diese Entscheidung auch lange vor sich her da sie sich mit dieser gravierenden Entscheidung “Zeit lassen” wollen. Würden sie sich dann wenigstens konsequent und regelmäßig ein paar Gedanken dazu machen, so könnte ich dies noch nachvollziehen doch zu meist wird eine Entscheidung bis zum letzten Moment herausgezögert… bis die große Panik kommt “Was mache ich jetzt?”.

Nicht blind drauf los rennen:

Wer denkt das er weiß in welcher Sparte er später einen großteils seines Lebens arbeiten möchte, der prüft wiederum nur selten ob ihm der Job auch wirklich Spaß machen würde. Wieso blind drauf los rennen, wenn man in vielen Bereichen schon mit einem Betriebspraktikum die ersten Erfahrungen sammeln kann und anschließend für sich die Entscheidung treffen kann, ob der “Traum-Job” einem auch wirklich liegt!?

Es gibt so viele Möglichkeiten wie man sich informieren kann. Wenn ein Betriebspraktikum nicht möglich ist (wie z.B: im Falle eines Berufspiloten), so kann man jedoch nach alternativen Informationswegen suchen um Aufklärung zu erlangen.

Wozu das ganze!? Leben mit Freuden:

Sicherlich gibt es selbst im besten Traumberuf der Welt den man sich vorstellen kann immer wieder Situationen, wo man aufgrund von privaten Faktoren einmal keine Lust darauf hat arbeiten zu gehen. Dies ist jedoch nicht der wichtigste Faktor den man für sich selber treffen sollte. Wichtiger ist hier, dass man seinen Job im Regelfall gerne macht, in ihm aufgeht und er einem mit Freuden und Spaß von der Hand geht. Dies hebt die eigene Grundstimmung und wirkt zugleich positiv auf die eigene Gesundheit, die eigene Familie und das sonstige soziale Umfeld. Ebenfalls senkt es das Risiko der übergreifenden Frustration und Lustlosigkeit.

Wer seinen Job, der neben Schlafen einen Großteil der Zeit seines Lebens einnimmt, mit Freuden machen kann, der kann auch die wenigen Stunden am Abend die er mal nicht arbeiten muss, umso mehr genießen.

Ebenfalls ist man, wenn man Spaß an seinem Job hat, auch eher bereit dazu zusätzliche Leistungen zu erbringen die ggF. entsprechend vom Arbeitgeber honoriert werden und somit die eigene Zufriedenheit steigern.

Das Leben ist jetzt:

Es ist nicht verwerflich sein Leben im Hier-und-Jetzt zu leben. Wer kann uns schließlich sagen, wann es vorüber sein könnte. Man sollte auch nicht zu viel Gedanken in die Zukunftsplanung investieren sodass man jeden Tag in der Freizeit nichts anderes mehr macht. Jedoch sollte man sich ein klares Ziel für sein Leben stecken und hin und wieder mal überlegen, wie man den Weg fortsetzen müsste um dieses Ziel zu erreichen. Rückschläge die einem widerfahren, sollte man nicht zu nahe an sich heranlassen sondern lieber wieder aufstehen, prüfen was man selber ggF. falsch gemacht hat und anschließend weiter auf seinem persönlichen Weg zum Ziel seines eigenen Lebens laufen. Man muss nicht immer mit gleicher Geschwindigkeit vorwärts kommen – um genau zu sein geht dies auch nicht immer – man sollte sich jedoch nicht frustrieren lassen, wenn es mal nicht so schnell vorwärts geht wie man es selber gerne hätte. Was man sich jedoch bewusst machen sollte: Das Leben ist kurz und man weiß nicht, was das Leben ggF. vorzeitig verkürzen könnte also sollte man immer so handeln, dass man zu keinem Zeitpunkt bereuen muss so gelebt zu haben wie man gelebt hat. Immer wieder werden Sachen aufgeschoben mit dem Kommentar “das kann ich noch später machen” oder “das kann ich noch in ein paar Jahren machen”.

Selbstwert gleich null:

Wozu das ganze Vorspiel wenn ich erst jetzt zu dem eigentlichen Thema komme?
Ganz simpel: Gerade die zuvor genannten Dinge und die Sichtweisen auf diese fehlen den meisten Menschen häufig und durch diese kann man bereits eine positivere Grundstimmung in sein Leben bekommen welches in gleichem Maßen auch wieder den eigenen Selbstwert hebt. Jedoch gibt es noch weitere Faktoren die es nicht zu verachten gilt…

Frei nach dem Motto “Cogito ergo sum” (Ich denke, also bin ich) sollte man sich bewusst machen, das man selbst existiert und das man selber für sein eigenes handeln verantwortlich ist. Zugegeben ist die Aussage hinter diesem Spruch eigentlich eher anderer Natur doch auch in diesem Falle sehr gut zu gebrauchen. Wer denkt sein Leben sei nichts wert sollte anfangen darüber nachzudenken, wie er seinem Leben selber einen Wert geben kann. Wer denkt, dass er nur ein unwichtiges Zahnrädchen eines großen und ganzen sei, sollte sich bewusst machen, dass auch das große und ganze ohne ein kleines Zahnrad nicht funktionieren kann. Das die Welt nicht aufhört zu funktionieren, wenn man selber nichts mehr macht ist klar. Man sollte sich lediglich bewusst machen, dass man zwar für viele Menschen namentlich unbekannt, für eine ganze Reihe von Menschen aus dem persönlichen Umfeld  jedoch nicht unbedeutend ist. Zusätzlich lässt sich der eigene Selbstwert noch steigern, indem man für sich selber eine Erfüllung sucht. Man muss nicht Bill Gates oder Steve Jobs heißen und weltweit namentlich bekannt sein oder gar Michael Jackson um den die ganze Welt, angestachelt von den Medien, in übertriebenen Maßstab trauert wenn er stirbt um dennoch sehr viel wert zu sein. Was bringt es einem, namentlich extrem bekannt zu sein, als Mensch jedoch von kaum einem mit allen Facetten gekannt zu werden bzw. worden zu sein? Was sagt die Bekanntheit eines Menschen bitte aus? Im seltensten Falle hat es etwas mit den Leistungen die er erbracht hat zu tun sondern vielmehr mit entsprechenden Marketing. Um es hart zu formulieren: Selbst Jesus Bekanntheit sagt nicht viel aus über Wunder und Taten, außer das gutes “Marketing” betrieben wurde. Wie viel wirklich dahinter steckt, steht auf einem anderen Papier geschrieben. Wichtig ist für die Menschheit, dass sie wen zum vorzeigen hat… ein Maskottchen oder Vorbild könnte man es in vielen Fällen fast nennen. Wer ein Problem mit dieser blasphemischen Äußerung hat, der möge sich doch bitte meinen in Kürze erscheinenden Artikel “Wer glaubt wird seelig” durchlesen.

Entwertung durch andere:

Ein weitere Faktor der viel zu häufig negativ in das eigene Selbstwertgefühl reinspielt ist die Entwertung durch Dritte. In meinem Artikel "Die Macht der Worte" erwähnte ich bereits, wie mächtig Worte eigentlich auf Menschen wirken können. Wer zu häufig jegliche entwertenden Aussagen hört, lässt diese auch leider irgendwann an sich ran und fängt gar selber an, an diese zu glauben mit dem Gedankengang “Wenn so viele andere es immer wieder sagen, ist da dann nicht vielleicht wirklich etwas dran?“. Ich liebe es immer wieder wenn ich mitbekomme, dass ein Mensch einem anderen so Aussagen wie die Folgenden vor den Kopf knallt:

  • Du bist doch dumm
  • Du bist doch hässlich
  • Das schaffst du doch eh nicht
  • Du bist nur so ein kleines Lichtchen (wahlweise auch “Würstchen” o.ä.)
  • und noch viele weitere

Wer bereits eine positive Grundstimmung hat, der hat ein dickeres Fell gegen solche Aussagen. Wer jedoch nur ein kleines oder sogar kein Selbstwertgefühl mehr hat, der lässt diese Aussagen nur noch schneller an sich heran und wird von diesen in ein Loch gerissen.

In meinen Augen sollte sich jeder Mensch für sich selber fragen: Wer hat das Recht, mir solche Sachen zu sagen und in wie weit ist mir die Meinung dieses Menschens etwas wert?

Meine Güte: Mir könnten meinetwegen 10.000 Leute sagen ich sei nichts wert, dumm oder hässlich.
Solange diese Menschen einen nicht kennen sollte einem eine derartige Aussage nicht mal das Verschwenden von Gehirnkapazität für das Zuhören wert sein. Wodran wollen diese Menschen einen also bitte beurteilen wenn sie einen nicht einmal kennen?

Fazit:

Man sollte sich nicht mit bekannten Stars und Sternchen messen wollen. Wer damit anfängt und dies im Regelfall als für sich selber als unerreichbares Ziel sieht, der kann daran nur frustrieren. Lieber ein wenig die Ruhe genießen die man selber hat und schauen, was man für das eigene soziale Umfeld bedeutet. Lieber auf das eigene Leben konzentrieren und dort anfangen, wo der Schuh drückt um ein wenig glücklicher zu werden und nicht den Blick hinter der Brille “so will ich auch mal sein” (bezogen auf das eigene Vorbild aus den Reihen der Stars) verlieren.

Wie viel man wirklich Wert ist, ist eine Frage der eigenen Wahrnehmung und nicht durch dritte definierbar. Lediglich Feedback kann bei der eigenen Wahrnehmung positiv mit rein spielen doch sollte man Aussagen wie “Du bist nichts Wert” oder “Du bist nur so ein kleines Lichtchen” oder gar sämtliche andere Entwertungen nicht zu nahe an sich heranlassen.

About Dominik Habichtsberg

Guten Tag, mein Name ist Dominik Habichtsberg. Ich bin Softwareentwickler mit dem Hauptfokus auf Internetapplikationsentwicklung. Ich beschäftige mich mit den Bereichen PHP, xHTML, JS, AJAX, CSS und SEO. In diesen Bereichen habe ich mich darauf spezialisiert Performance und Traffic optimierte sowie Barrierefreie und Nutzungskomfortable Webapplikationen zu entwickeln.

4 Responses to Selbstwert gleich Null

  1. Sebastian B says:

    Servus Dominik,

    gar nicht mal schlecht, der Artikel und genau du musst es ja wissen, wenn man so deinen Start-Up ansieht.

    Lässt du dich eigentlich auch mal wieder in MSN blicken?

    Gruß Sebastian

  2. Hallo Sebastian,

    zugegeben wer meine Historie kennt, kann nachvollziehen wie ich diese Sichtweisen erlangt habe *g
    Das ich den Weg um zu diesen Sichtweisen zu kommen nicht jedem Wünschen möchte ist ein anderer Punkt doch bereue ich nicht, ihn gegangen zu sein.

    Bezüglich MSN:
    Sicherlich lasse ich mich dort auch mal wieder blicken^^ Bin im Moment nur relativ viel außer Haus um mal wieder ein wenig einen klaren Kopf zu bekommen. Deswegen antworte ich derzeit auch recht selten wenn ich online bin und wenn ich mal nicht daheim bin, habe ich zu meist meine Messenger nicht mit und bin lediglich über meinen Blog zur Kommunikation im Stande ;-)

    Viele Grüße,

    Dominik

    P.S: Kann es sein, dass du die Idee mit der “me@”-Emailadresse von mir hast? *g

  3. Servus Dominik,

    das mit der Mail-Adresse muss Zufall sein.

    Ist mir letztens einfach in den Kopf gekommen und dann habe ich die eingerichtet und meine alte einfach drauf umgeleitet. Ganz spontan halt ;-)

    Gruß Sebastian

  4. Pingback: Eine Welt ohne Geld – Bildung für alle | Lügner Blog

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